
NRW, 26.10.2010 09:12 Uhr
Automobilzulieferer Honsel hat am heutigen Montag beim Amtsgericht Arnsberg Insolvenz angemeldet. Das bestätigte das Unternehmen mit Sitz in Meschede mittlerweile in einer Pressemitteilung. An sämtlichen Standorten der Honsel-Gruppe werde alles getan, um die Belieferung der Kunden sicherzustellen.
Trotz intensiver Verhandlungen über ein weiteres, nachhaltiges Restrukturierungskonzept des Unternehmens in den vergangenen Wochen und Monaten hätten die beteiligten Parteien keine Einigung erzielen können. Dringend benötigte Finanzmittel, die dem Unternehmen im Zuge dieser Restrukturierung zugeflossen wären, stünden deshalb nicht zur Verfügung. „Wir sind der Überzeugung, dass im Rahmen des Insolvenzverfahrens die Sanierung von Honsel gelingen kann. Das Insolvenzrecht bietet Chancen, Kostenstrukturen nachhaltig anzupassen und unter neuen Rahmenbedingungen die Zukunft für das Unternehmen zu gestalten“, sagte Stefan Eck, Sprecher des Vorstands der Honsel AG. „Honsel hat aufgrund seiner hohen Innovationskraft und seiner starken Marktposition nach wie vor gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft.“
Das Gericht hat den Sanierungsexperten Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Obwohl Honsel in der Wirtschaftskrise des vergangenen Jahres eine umfassende operative und finanzielle Restrukturierung durchlaufen hat, „konnte die wirtschaftliche Erholung im Automobilsektor nicht schnell genug adaptiert werden“, so das Unternehmen. Die Mitarbeiter am Standort Meschede wurden kurzfristig im Rahmen einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand informiert, in den nächsten Tagen sollen entsprechende Veranstaltungen in Nürnberg, Soest und Nuttlar folgen.
Honsel produziert Zylinderköpfe, Motorblöcke Getriebegehäuse sowie Karosserie- und Fahrwerksteile aus Leichtmetall für Pkw und Nutzfahrzeuge. Neben dem Stammsitz in Meschede hat das Unternehmen weitere Werke im Sauerland und in Nürnberg. Außerdem ist Honsel in Frankreich, Rumänien, Spanien, Brasilien und Mexiko aktiv.
Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 4000 Mitarbeiter. Haupteigner von Honsel ist der US-Finanzinvestor RHJ (Ripplewood).
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